Wirksamer Korrosionsschutz

31. Januar 2014

Zink-Magnesium-Schmelztauchüberzüge

  • Zink-Magnesium-Schmelztauchüberzüge sind die jüngste Entwicklung in dieser Gruppe. Der Magnesium-Gehalt im Zink-Schmelzbad liegt dabei i.d.R. im Bereich von 1-2 Gewichtsprozent.
  • Inzwischen ist dieses System auch in der Produktnorm EN 10346 (derzeit noch Entwurf) aufgeführt – und zwar für die Stahlsorten S220GD – S250GD – S280GD – S350GD.
  • Zink-Magnesium-Schmelztauchüberzüge (Kurzzeichen ZM) stellen derzeit das leistungsfähigste Bandlegierverzinkungssystem für Baustähle dar.
  • Zurückführen ist das auf besonders dichte Deckschichten mit einem Aufbau aus Zink-Mischkristallen und Zink-Magnesium. Die entscheidende Rolle spielt dabei Magnesium, das eine festhaftende Grenzschicht auf dem Stahlsubstrat bildet.
  • Für RP Technik Grund genug, als erstes Systemhaus Zink-Magnesium als Schmelztauchveredelung für den Basiskorrosionsschutz seiner gesamten Stahlsystemprofile einzusetzen.
  • Standardmäßig ist die Qualität ZM 130 vorgesehen.

 

Vorteile

  • Im Mittel erreichen Zink-Magnesium-Überzüge im Salzsprühtest eine um den Faktor 4-5 höhere Korrosionsbeständigkeit als ein reiner Zink-Überzug (sog. Bandverzinkung).
  • Bei 10 µm Schichtdicke erreicht Zink-Magnesium immer noch die doppelte Schutzwirkung wie ein 20 µm dicker Zink-Überzug und gleiche Werte wie eine 20 µm dicke Zink-Aluminium-Auflage.
  • Damit können mit Zink-Magnesium-Überzügen bei einem um den Faktor 1,5 erhöhten Korrosionswiderstand, Schichtgewichte von 130 g/m² Verwendung finden.

    Zusätzlich gilt:

    • Eine deutlich höhere Korrosionsschutzwirkung an Schnittkanten
    • Ein besserer Unterwanderungsschutz an Kratzern und im Bereich mechanischer Beschädigungen.
    • Stark verlangsamte Weißrostbildung.
  • Dies alles erlaubt eine Halbierung der Dicke des Überzugs mit Zink-Magnesium ohne Qualitätseinbußen.

    Daraus ergeben sich weitere Vorteile:

    • Deutliche Materialeinsparung.
    • Verbesserte Schweißeignung (vor allem zurückzuführen auf die geringen Schichtgewichte).
    • Verbesserte Umweltbilanz durch signifikante Ressourcenschonung.
  • Für die abschließende Beschichtung mit Nass- bzw. Pulverlacksystemen ändert sich nichts. Alle bisher üblichen Verfahrensabläufe können beibehalten werden. Die technologischen Werte bleiben unverändert.

Werkstoffspezifikationen

  • RP Technik geht bei der Wahl des Metallüberzugs noch weiter.
  • Die zukünftige Materialspezifikation lautet S280GD+ZM130-B-O (= Stahlsorte S280GD mit einer Dehngrenze von ≥ 280 MPa – Metallüberzug Zink-Magnesium mit einer Mindestauflagemasse von 130 g/m², entsprechend einer   Durchschnittsschichtdicke von 10 µm – Oberflächenart B = verbesserte Oberfläche durch Kaltnachwalzen – Oberflächenbehandlung O = Ölen als temporärer Korrosionsschutz).
  • Mit der Stahlsorte S280GD steht eine Qualität zur Verfügung, die in ihren mechanischen Kennwerten knapp über den Werten des Standard-Baustahls S235  liegt. Die statischen Nachweise sind damit 1:1 übertragbar.
  • Bei der Oberflächenart B (= verbesserte Oberfläche gemäß EN 10346 / Kap. 7.5.2.2) wird durch Kaltnachwalzen gegenüber der Standardoberfläche eine deutlich glattere Oberfläche als Voraussetzung für eine verbesserte Lackoberfläche erzielt.
  • Als temporärer Korrosionsschutz, vor allem zur Verhinderung von Weißrostbildung, wurde eine Behandlung durch Ölen gewählt. Damit kann die Vorbehandlung der geschweißten Fenster- und Türrahmen vor dem Beschichten vereinfacht und sicherer gemacht werden.
  • Fasst man alle diese Ergebnisse (Erkenntnisse) zusammen, bleiben höhere Korrosionswiderstände bei geringeren Schichtgewichten. Allein das führt zu einer Gewichtsreduzierung des Zinküberzugs von 50% und mehr – ein deutlicher Gewinn an Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz.

Zusammenfassung

Stahl-Profile von RP Technik ab 2014 mit Zink-Magnesium-Überzügen

  • RP Technik wird ab Frühjahr 2014 als erstes Systemhaus Zink-Magnesium-Überzüge als Basiskorrosionsschutz für seine Stahlprofile einführen.
  • Die Vorteile für die Verarbeiter und Kunden sind offensichtlich:
    • Verbesserter Korrosionsschutz gegen Rotrost in der Fläche
    • Verbesserter Korrosionsschutz an den Schnittkanten
    • Besserer Schutz gegen Unterwanderung an Kratzern und im Bereich mechanischer Beschädigung
    • Halbierung des Schichtgewichts bei weiterhin verbessertem Korrosionsschutz gegenüber Zink-Auflagen
    • Reduzierte Weißrostneigung
    • Halbierung des Schichtgewichts bei unverändert hohem Korrosionsschutz im Vergleich zu Zink-Aluminium-Auflagen
    • Bessere Schweißbarkeit durch geringere Schichtdicke
    • Kein Einfluss auf die technologischen Werte der Beschichtung
    • Materialeinsparung durch geringeres Schichtgewicht
    • Verbesserte Nachhaltigkeitsbewertung
    • Unveränderte Beschichtbarkeit mit Nass- und Pulverlacken
    • Beibehaltung aller Verfahrensschritte beim Beschichten

Bilanz:

  • Erhöhter Korrosionsschutz verbunden mit verbesserter Umweltbilanz.